Epilepsie

 

Moderne, patientengerechte Therapie

 

Ziel: Anfallsfrei und sozial integriert leben.

 

Anfallsfreizeit ohne die soziale Integration einschränkende Nebenwirkungen ist für Epilepsiepatienten die beste Voraussetzung für die individuelle Lebensplanung. Diesem Anspruch weitgehend gerecht werden die modernen Antiepileptika.

 

Wird eine Epilepsie früh, angemessen konsequent behandelt, besteht für den Patienten eine große Chance langfristig anfallsfrei zu bleiben und ein „normales“ Leben zu führen - normal im Sinne von: den Wünschen entsprechenden sozialen Beziehungen sowie einer den Neigungen und Fähigkeiten angemessenen beruflichen Tätigkeit.

 

Die Realität zeigt jedoch, dass viele Epilepsiekranke keinen Lebenspartner finden und die Erwerbslosenrate dreimal so hoch ist wie in der Normalbevölkerung.

 

Die Anstrengungen, diesem Missstand entgegenzutreten, werden durch die richtige Auswahl an medikamentösen Alternativen erleichtert. Während früher der Patient häufig froh war, wenn er anfallsfrei war, werden heutzutage zunehmend die Stimmung, die Vigilanz, die kognitive Leistungsfähigkeit oder die Beeinträchtigung des Sexuallebens bei der Auswahl des Medikamentes mitberücksichtigt.

 

Man muß damit rechnen, dass etwa ein Drittel der Epilepsiepatienten unter einer Monotherapie, d.h. Behandlung mit einem einzigen Medikament, selbst nach mehrmaligem Austausch des Präparates, nicht anfallsfrei wird, sondern eine Kombinationsbehandlung benötigt.


 

 

Diagnostische Verfahren der Praxis:

 

 

EEG - Elektroencephalogramm

 

Das EEG misst die elektrische Aktivität des Gehirnes. Die Gehirnaktivität wird im Ruhezustand gemessen, aber auch nach Provokationen, z. B. Augenöffnung, verstärkte Atmung, Flackerlichtreize, Schlafentzug.

 

Die Untersuchung ist schmerzlos.

 

 

Dopplersonografie der hirnversorgenden Gefäße

 

Mit dieser Untersuchung werden die Strömungsgeschwindigkeiten des Blutes gemessen. Vom Ultraschallkopf ausgehende Schallwellen werden von den Blutkörperchen reflektiert. Die vom Schallkopf wieder aufgenommenen Schallwellen erlauben aus den veränderten Frequenzen die Berechnung der Fließgeschwindigkeit, die Rückschlüsse auf Engstellen der Gefäße ermöglicht.

 

Die Untersuchung ist angezeigt bei der Abklärung von Durchblutungsstörungen des Gehirnes.

 

 

Duplexsonografie

 

Es handelt sich um ein Verfahren bei dem die konventionelle Ultraschalldiagnostik mit der Dopplersonografie kombiniert wird. Neben den dargestellten Frequenzänderungen, die oft farblich dargestellt werden können, können Engstellen der Gefäße in zweidimensionalen Gefäßquerschnitten direkt gesehen werden. Auch diese Ultraschalluntersuchungen sind vollkommen schmerzlos.

 

 

EMG - Elektromyografie

 

Die Elektromyografie untersucht die Funktion des Muskels. Mit dünnen Nadeln wird in den Muskel eingestochen. Abgeleitet werden Muskelströme, die dann auf einem Monitor sichtbar gemacht werden. Erkennbar werden Denervierungen des Muskels bei einer Nervenschädigung, aber auch die Regeneration des Nerven anhand von Regenerationspotentialen. Festgestellt werden können akute nervale Schäden, aber auch chronisch neurogene Umbauprozesse. Die Methode ist erforderlich zur Abklärung von Bandscheibenvorfällen bzw. peripheren Nervenverletzungen nach Unfällen.

 

 

ENG - Elektroneurografie

 

Die Elektroneurografie ist die Messung der Nervenleitgeschwindigkeiten. Der Nerv wird durch einen elektrischen Impuls stimuliert. Das am Muskel entstehende Summenantwortpotential wird abgeleitet. Durch Reizung an unterschiedlichen Stellen des Nervenverlaufes ist die Lokalisation von Nervenschäden möglich. Diese Untersuchungsmethode ist aufgrund der Elektrostimulation etwas schmerzhaft.

 

 

Evozierte Potentiale (AEP, VEP, SEP, MEP)

 

Durch spezielle Stimulation werden die Leitungsgeschwindigkeiten der Seh- (VEP), der Hörnervenbahn (AEP) sowie der Kraft- und Gefühlsempfindungsbahnen gemessen.

 

Dazu werden an den repräsentativen Stellen des Gehirnes Oberflächenelektroden an die Kopfhaut geklebt und entsprechend dem zu messenden System Stimulationen durchgeführt.

 

Bei den visuell evozierten Potentialen wird das Sehzentrum gereizt durch ein Schachbrettmuster auf einem Computermonitor, bei dem schwarze und weiße Felder ständig wechseln. Bei Patienten, die nicht richtig fixieren können, kann die Untersuchung auch mit einer Leuchtbrille durchgeführt werden.

 

Die Hörbahn wird gereizt durch Klicks über Kopfhöhrer.

 

Bei den SEP erfolgen die Elektroreize an Arm- und Beinnerven.

 

Bei der Magnetstimulation werden mittels Magnetspule Hirnareale gereizt und die Muskelsummenpotentiale abgeleitet.

 

Diese Untersuchungen dürfen nicht bei Patienten, die einen Herzschrittmacher oder einen Defibrillator tragen, durchgeführt werden.